Vernissage der Ausstellung im Haus am Dom

28. Oktober 2019 um 18.00 Uhr

Haus am Dom, Frankfurt-Innenstadt

Nach der Ausstellung im Hamburger Dorothee-Sölle-Haus im vergangenen Jahr steht die Mädchenstatue nun friedlich im Foyer des Hauses am Dom und kann dort zu den norma-len Öffnungszeiten besichtigt werden.

 

Prof. Dr. Joachim Valentin (Leiter des Hauses am Dom und der katholischen Akademie Rabanus Maurus) eröffnete am 28. Oktober die Vernissage der Ausstellung mit der Feststellung, daß „die Geschichte des Mißbrauchs und der Vergewaltigung von Frauen, der sexualisierten Gewalt so alt“ sei „wie die Geschichte des Krieges selbst“. Der Zweite Weltkrieg habe nicht nur in Europa stattgefunden, sondern auch in Asien. Mit dem Zeigen der Statue erkläre man sich solidarisch mit den Überlebenden dieser Untaten und denen, die an sie erinnern.

 

Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer (Mitbegründer der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Frankfurter Goethe-Universität) forderte in seinem Beitrag, im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg, die europäische Brille abzusetzen. Er verwies hier auf das Buch des Rheinischen Journalistenbüros „Unsere Opfer zählen nicht“, in dem sich umfangreich recherchierte Fakten finden. Er trat auch dafür ein, sich hier dem Vergessen und dem Verdrängen der Verbrechen entgegenzustellen. Das kenne man hier in Deutschland nur zu gut.

 

Seit die Friedensstatue (so die Abkürzung der „Mädchenstatue für den Frieden“ ) an die Öffentlichkeit trat, wurde sie durch die japanische Botschaft begleitet. Im Dezember 2011 sollte eigentlich anläßlich der 1000. Kundgebung der koreanischen überlebenden Opfer der sexuellen Sklaverei des japanische Militärs im Zweiten Weltkrieg vor der japanischen Botschaft in Seoul eine Gedenktafel installiert werden.

Aber die "japanischen Reflexe" hatten die Bildhauer dann dazu geführt, dass sie sich entschieden, statt einer einfachen Tafel eine Skulptur anzufertigen. Die japanischen Botschaften haben sich so zu einer ständigen Begleiterin der Friedensstatue entwickelt, wo immer ein solches Projekt auch angegangen wird - wenn auch nicht zu einer Begleiterin im positiven Sinne.

So verwundert es nun nicht, dass das japanische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. bereits kurz nach der Ankündigung der Frankfurter Ausstellung aktiv geworden ist: Beim Magistrat der Stadt wurde angefragt und um ein Gespräch gebeten. Dem Generalkonsulat wurde daraufhin bereits mitgeteilt, dass die Stadt hier nicht zuständig sei.

Der Frankfurter Verein Punggyeong Weltkulturen e. V., der die Statue zur Verfügung stellt, sieht auch überhaupt keinen Grund, dass japanisches Botschaftspersonal hier aktiv wird. Schließlich werden hier keine politischen Forderungen (wie z. B. Kompensations-zahlungen, Entschuldigung) an die Adresse Japans gestellt.

Mit künstlerischen Mitteln wird mit dieser Friedensstatue auch an ein dunkles Kapitel des Zweiten Weltkriegs, das ein Kriegsverbrechen von nur schwer fassbarer Dimension be-inhaltet, erinnert. Aber dieser Geschichte – wie schmerzvoll sie auch sei – muss man sich stellen und darf sie nicht verdrängen oder gar leugnen.