Tafelinschrift der Friedensstatue

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Ursprünglich war diese Friedensstatue für ein Museum in Bonn bestimmt. Zur Zeit macht sie eine Reise in Deutschland. Die Tafelinschrift lautet:


Diese „Mädchenstatue für den Frieden“ erinnert an das Leid hunderttausender Mädchen und junger Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs von der japanischen Armee im gesamten Asien-Pazifik-Raum als sog. „Trostfrauen“ in Armeebordellen in die

Sexsklaverei gezwungen wurden.


So wie Gewalt gegen Frauen zeit- und grenzenlos ist, so wenig darf es Grenzen geben für die Erinnerung und das Mahnen.


Das Mahnmal ist in seinem Gedenken an die Opfer dieses unmenschlichen institutionalisierten Kriegsverbrechens ein Aufruf zum Frieden in Solidarität mit allen Opfern sexueller Gewalt überall auf der ganzen Welt.



Ausstellung in Hamburger Dorothee-Sölle-Haus (2018)


Bei der Ausstellung im Hamburger Dorothee-Sölle-Haus (vom 14. August bis 30. September 2018) äußerten sich mehrere Besucher über ihre Eindrücke: Die Statue wirkt zunächst lieblich. Man kommt aber dann ins Grübeln, wenn man den historischen Hintergrund und die Symbolik der Statue erfährt, und wird für das Friedensthema sensibilisiert.


Die Statue wirkt so als eine Kunst der Hoffnung und Frieden. Der weiße Schmetterling und der Vogel auf der Schulter weisen auf eine neue, kommunikative und friedliche Welt, die noch kommende Welt, hin. Der leere Stuhl neben dem bronzenen Mädchen lädt uns zum Nach-denken ein. In dieser Friedensstatue sind alle drei Zeitdimensionen vereint; die Vergangenheit (des Leidens), die Gegenwart (des Nachdenkens und Mitfühlens) und die Zukunft (der Hoffnung).


Sie ist zeitlos. Aber sie ist auch (besonders im Hinblick auf die Vergangenheit) eine unbequeme Kunst, die uns in die Verantwortung nimmt für die Gegenwart und Zukunft.


Der Name der "Friedensstatue":


Der ursprüngliche Titel lautet: "Pyeong-hwa-eui So-nyeo-sang", also "Mädchenstatue für den Frieden".

Die koreanische Abkürzung "Pyeong-hwa-bi" könnte auch Friedensdenkmal heißen. Aber das Wort "Denkmal" in deutscher Sprache ist viel schwerer als "bi" im Koreanischen.

So gab ich der Statue den Namen "Friedensstatue". Es war 2016. Erste deutschsprachige Bezeichnung und Informationen wurden geboren.



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